Eine sonnige Aprilwoche – unsere Rundschau
Eine sonnige Aprilwoche – unsere Rundschau
Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Eine sonnige Aprilwoche – unsere Rundschau:
Viele große Überraschungen und einige echte Höhepunkte
Unsere Tauchwoche begann am Samstag mit einem sonnigen Start am Morgen und führte uns zunächst nach Sachua Abu Galawa und Shaab Samir. Schon beim ersten Abtauchen zeigte sich die Vielfalt des Roten Meeres in Form von großen Muränen, Makrelen und einem Thunfisch. Beim zweiten Tauchgang wartete dann direkt ein echtes Highlight: Zwei Delfine begleiteten die Gruppe unter Wasser und machten den Einstieg in die Tauchwoche besonders eindrucksvoll.
Am Sonntag ging es unter strahlender Sonne weiter zu Shaab Rur und Shaab Pinky. Neben lebendigem Riffleben und vielen Schwarmfischen sorgte vor allem ein ganz besonderer Moment für Begeisterung: Gleich mehrere Gruppen von Adlerrochen zogen vorbei. Insgesamt wurden zwölf Tiere gesichtet. Der Deep-Kurs ging erfolgreich zu Ende, ein weiterer Taucher auf dem Weg zum Profi!
Der Wochenanfang stand dann ganz im Zeichen entspannter, abwechslungsreicher Tauchgänge. Die Unterwasserwelt zeigte sich vielfältig mit Schildkröten, Barrakudas, Thunfischen und Fledermausfischen, die immer wieder durchs Blau zogen. Die Kombinationen aus ruhigem Tauchen und einzelnen besonderen Begegnungen machte den Tag mehr als stimmig. Auch am nächsten Tag blieb es abwechslungsreich. Weniger die einzelnen großen Highlights, sondern vielmehr das gesamte Erlebnis unter Wasser stand im Vordergrund. Genau dieses „Tauchen, träumen, staunen“, bei dem viele kleine Eindrücke zusammen ein rundes Gesamtbild ergeben.
Zur Wochenmitte wurde es dann nordisch-fröhlich auf der Tauchbasis: Unsere treuen Gäste vom Dive Team Hamburg sind zurück und wir freuen uns auf ein allmorgendliches „Hummel Hummel – Mors Mors“ zur Begrüßung auf dem Boot. Zum Auftakt gings nach Abu Galawa und es mögen noch viele weitere schöne Tauchgänge folgen! Am Donnerstag ließen wir die Unterwasserwelt noch einmal in aller Ruhe an uns vorbeiziehen. Unsere Tauchgäste vom VIP Tauchclub Köln hatten ihren letzten Tauchtag und ließen den Urlaub entspannt an Abu Mingar ausklingen. Wir bleiben einfach da und freuen uns auf die nächste Tauchwoche!
Unser Meerestier der Woche: Das Dugong
Das Dugong (Dugong dugon), oft auch als „Seekuh” bezeichnet, gehört zu den faszinierendsten Meeressäugern. Mit etwas Glück kann man ihnen auch im Roten Meer begegnen. Als einziger heute lebender Vertreter seiner Familie ist es ein naher Verwandter der ausgestorbenen Stellerschen Seekuh und gehört zur Ordnung der Sirenen, zu der auch die Manatis zählen. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten Indopazifik.
Es hält sich vor allem in flachen Küstengewässern auf, in denen ausgedehnte Seegraswiesen wachsen. Genau diese Lebensräume sind für Dugongs überlebenswichtig, denn sie ernähren sich ausschließlich von Seegras. Beim Grasen durchpflügen sie den Meeresboden und hinterlassen typische Fressspuren, die Taucher mit etwas Erfahrung erkennen können.
Dugongs erreichen eine Länge von bis zu drei Metern und können mehrere hundert Kilogramm wiegen. Ihr Körper ist perfekt an das Leben im Wasser angepasst, mit einer walähnlichen, gegabelten Schwanzflosse und paddelartigen Vorderflossen. Trotz ihrer Größe bewegen sie sich ruhig und langsam. Da sie regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche müssen, sieht man sie manchmal auch vom Boot aus. Im Roten Meer sind Sichtungen selten, aber möglich. Eine Begegnung mit einem Dugong ist kein alltägliches Erlebnis, sondern etwas ganz Besonderes. Wichtig ist dabei, respektvoll Abstand zu halten und die Tiere nicht zu stören, da sie empfindlich auf Stress reagieren können.
Weltweit gilt das Dugong als gefährdet. Hauptursachen sind der Verlust von Seegraswiesen, etwa durch Küstenentwicklung, Verschmutzung oder Klimaveränderungen, sowie Beifang in Fischernetzen und Kollisionen mit Booten. Da sich Dugongs nur langsam fortpflanzen, erholen sich Populationen nur sehr langsam von Verlusten. Für uns Taucher im Roten Meer sind Dugongs damit nicht nur ein seltenes Highlight, sondern auch ein stiller Hinweis darauf, wie eng das Gleichgewicht dieses Ökosystems ist. Wo Dugongs leben, sind Seegraswiesen gesund – und damit auch viele andere Meeresbewohner. Jede Begegnung erinnert daran, wie schützenswert diese Unterwasserwelt ist.
Die Sommerzeit in Ägypten hat begonnen
Seit gestern ist es auch bei uns soweit, die ägyptische Sommerzeit hat begonnen. Mit der Umstellung auf die Sommerzeit will Ägypten auch in diesem Jahr wieder ein kleines, aber wichtiges Zeichen in Richtung Energiesparen setzen. Seit der Wiedereinführung im Jahr 2023 gilt sie von Ende April bis Ende Oktober – mit dem klaren Ziel, den Stromverbrauch zu senken. Die Regierung geht davon aus, dass sich so bis zu zehn Prozent Energie einsparen lassen. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Zeitverschiebung wirkt, ist hier also Teil einer deutlich größeren Strategie.
Denn der Druck auf den Energiesektor ist spürbar gestiegen. Hohe Weltmarktpreise, gestiegene Importkosten und regionale Konflikte haben dazu geführt, dass Ägyptens Energieausgaben zuletzt stark angestiegen sind. Gleichzeitig arbeitet die Regierung daran, Subventionen zu reduzieren, effizienter zu wirtschaften und stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. Auch kurzfristige Maßnahmen wie reduzierte Beleuchtung, angepasste Öffnungszeiten oder effizientere Nutzung von Strom sollen helfen, den Verbrauch zu senken. In diesem Kontext wirkt die Zeitumstellung fast wie ein smarter Nebeneffekt: Mehr Tageslicht am Abend bedeutet weniger künstliche Beleuchtung – und genau darum geht es aktuell. Jede eingesparte Kilowattstunde zählt.
Während über Lastmanagement und mögliche Einschränkungen diskutiert wurden und in vielen Städten des Landes um 21.00 Uhr die Lichter ausgingen,, gibt es für Hurghada Entwarnung. Als bedeutende Touristenstadt am Roten Meer bleibt sie von Stromabschaltungen verschont. Die stabile Energieversorgung ist hier essenziell, nicht nur für Hotels und Tauchbasen, sondern für den gesamten Tourismussektor, der eine zentrale Rolle für die ägyptische Wirtschaft spielt.
Für Urlauber, Einheimische und uns hier vor Ort bedeutet die Sommerzeit vor allem eines: längere helle Abende und besseres Licht beim zweiten Tauchgang. Tatsächlich finden wir die Sommerzeit hier richtig gut. Wenn es länger hell ist, kann man den Sommer hier in Ägypten noch besser genießen.
Mumien mit goldenen Zungen entdeckt
Die Region Minya in Mittelägypten sorgt aktuell für große Aufmerksamkeit unter Archäologen.. Neue Ausgrabungen in El-Bahnasa, dem antiken Oxyrhynchos, liefern faszinierende Einblicke in Bestattungsrituale der griechisch-römischen Zeit und zeigen einmal mehr, wie vielfältig die kulturellen Einflüsse im alten Ägypten waren. Ein internationales Team unter Leitung der Universität Barcelona entdeckte eine Nekropole mit einer beeindruckenden Mischung aus Mumifizierungen, Brandbestattungen und rituellen Objekten.
Besonders ins Auge fallen mehrere Mumien in hölzernen Särgen, teilweise noch in kunstvoll gemusterten Leinentüchern gehüllt. Ein außergewöhnliches Detail sind kleine Zungen aus Gold und Kupfer, die den Verstorbenen in den Mund gelegt wurden. Diese seltene Praxis wird mit der Vorstellung verbunden, den Toten auch im Jenseits die Fähigkeit zu sprechen zu verleihen.
Ebenso bemerkenswert sind Spuren von Blattgold auf einigen Mumien, die auf aufwendige Vorbereitungen für das Leben nach dem Tod hinweisen. Man hat sogar einen Papyrus entdeckt, der einen Abschnitt aus Homers „Ilias” enthält – genauer gesagt den berühmten Schiffskatalog. Dieser Fund zeigt eindrucksvoll, wie stark griechische Literatur und Kultur auch in Ägypten während der römischen Zeit verankert waren. Die Ausgrabungen brachten zudem einen Kalksteinkomplex mit mehreren Grabkammern ans Licht. Dort fanden sich unter anderem Urnen mit verbrannten Überresten, teils gemeinsam mit Tierknochen und in Stoff gewickelt. Diese Kombination aus Mumifizierung und Brandbestattung deutet auf eine bemerkenswerte Vielfalt an Bestattungspraktiken hin.
Ergänzt werden die Funde durch kleine Figuren aus Terrakotta und Bronze, darunter Darstellungen des Gottes Harpokrates sowie eine Figur des Eros. Sie spiegeln die Verschmelzung ägyptischer und griechisch-römischer Glaubenswelten wider. Auch wenn Teile der Anlage durch antike Plünderungen beschädigt sind, liefern die Entdeckungen wertvolle Hinweise auf Rituale, die bislang vor allem aus Textquellen bekannt waren. Insgesamt entsteht so ein lebendiges Bild davon, wie Menschen in dieser Epoche Tod und Jenseits verstanden – und wie eng dabei verschiedene Kulturen miteinander verwoben waren.
🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓
Schon gewusst? Die Idee der Zeitumstellung ist älter, als viele denken. Bereits 1784 schlug Benjamin Franklin in einem satirischen Essay vor, durch früheres Aufstehen Kerzen zu sparen – eine echte Sommerzeit war das aber noch nicht. Der konkrete Vorschlag zur Einführung einer verstellten Uhr stammt vom neuseeländischen Entomologen George Vernon Hudson (1895) und unabhängig davon vom Briten William Willett (1907).
Erstmals umgesetzt wurde die Sommerzeit 1916 im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn – mitten im Ersten Weltkrieg, um Energie zu sparen. Viele Länder folgten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie teils wieder abgeschafft, aber in den 1970er-Jahren (Ölkrise) erneut eingeführt, um Energieeffizienz zu steigern.
Eine sonnige Aprilwoche – unsere Rundschau
Das war’s für diese Woche vom Roten Meer. Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!
Eine sonnige Aprilwoche – unsere Rundschau, Deutsche Tauchschule, Blue Water Dive Resort – Fotonachweise: Blue Water Dive Resort,