Wir starten in den Oktober mit News aus Hurghada
Wir starten in den Oktober mit News aus Hurghada
Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Wir starten in den Oktober mit News aus Hurghada:
Walhaie und ein großer Mobula am Carless Reef
Was für eine erlebnisreiche Woche im Blue Water Dive Resort! Unsere Gäste genossen bunte Korallengärten, abwechslungsreiche Drifts und spannende Wracktauchgänge. Von winzigen Garnelen bis zu riesigen Walhaien war alles dabei – und manche Begegnung sorgte noch lange nach dem Auftauchen für ein breites Grinsen. Das große Finale lieferte der Donnerstag am Abu Ramada Plateau.
Die Taucher der Vardus entdeckten dort gleich zwei Walhaie und konnten die beiden ausgiebig unter Wasser begleiten. Auch die Gäste der Shahin hatten doppeltes Glück: Nach einer Schnorchelrunde begegneten sie einem der sanften Riesen beim zweiten Tauchgang erneut. Mindestens achtzig Barrakudas und ein Büffelkopf-Papageifisch machten ihr Unterwassererlebnis komplett. Die Gäste der Basi, Masria und Noras nutzten ebenfalls die Gelegenheit zum Schnorcheln mit einem Walhai. Da wurden Mittagspausen kurzerhand zu unvergesslichen Urlaubsmomenten!
Doch schon vorher hatte das Rote Meer ordentlich aufgefahren. Bei Carless Reef umkreiste ein geschätzt zwei bis drei Meter großer Mobula die Tauchgruppe der Shahin gleich zweimal. Zuvor hatten die Gäste bei Shaab Pinky bereits vier Adlerrochen und mindestens zehn große Barrakudas gesehen. Zum Wochenabschluss wartete bei Erg Somaya noch eine außergewöhnliche Überraschung auf die Taucher der Basi: Ein Bogenmaul-Gitarrenrochen schwamm an ihnen vorbei. Nach Adlerrochen, Federschwanzrochen und Torpedorochen bei Shaab Dorfa war das ein weiterer besonderer Höhepunkt ihres Tages.
Auch an den übrigen Tagen gab es reichlich Rochen- und Schildkrötenglück. Bei Ham Ham entdeckten die Gäste der Shahin während eines einzigen Tauchgangs vier Adlerrochen und fünf Schildkröten. Die Taucher der Vardus begegneten bei Erg Somaya einer Karettschildkröte und zwei Grünen Meeresschildkröten, während die Gäste der Noras dort zwei Karettschildkröten beobachten konnten – eine davon schaute sich die Taucher aus nächster Nähe an. Bei Fanadir Dacht Dacht begeisterten zwei eng beieinanderliegende Federschwanz-Stechrochen und zwei Grüne Meeresschildkröten unsere Neuankömmlinge auf der Lulu.
Eine schöne Minisafari und traumhafte Begegnungen
Fanadir zeigte sich einmal mehr als Fundgrube für alle, die gern genau hinschauen. Die Gäste der Noras entdeckten bei einem Tauchgang gleich sieben Oktopusse und begegneten später sogar zwei Delfinen unter Wasser. Auch die Taucher der Bella Italia fanden Oktopoden, Red Sea Walkmen, Moses-Seezungen und zahlreiche Garnelen. Zwischen Steinfischen, Drachenköpfen und Muränen gab es immer wieder neue Tarnkünstler aufzuspüren. Ein Seegras-Geisterpfeifenfisch bei Erg Camel und fünfzehn Lessons-Kalmare auf dem Weg von Shaab Alex nach Shaab Sabina ergänzten die besonderen Sichtungen der Woche.
Für unsere Minisafari-Gäste ging es mit der Bahlul zu Panorama Reef und Abu Kafan. Prächtige Korallengärten, große Thunfische, Barrakudas und eine Schildkröte begleiteten die Tauchgänge. Am nördlichen Plateau von Panorama Reef zeigte sich sogar ein Weißspitzen-Riffhai. Nachttauchgang, Abendessen an Bord und ein früher Start am nächsten Morgen machten das kleine Abenteuer auf See komplett. Wrackfreunde erkundeten die El Minja, die Hassabella und die Excalibur. An der Balena warteten unter anderem Sternschnecken, Seenadeln, Fledermausfische und Schildkröten auf unsere Gäste; die Taucher der Albatros entdeckten dort außerdem zwei Schaukelfische. Dazwischen blieb reichlich Zeit für Fischschwärme am Aquarium, neugierige Napoleons und die wunderschönen Gorgonien bei Ham Ham.
Natürlich gab es auch einiges zu feiern: Jenny absolvierte ihren 100., Simon seinen 900., Volker seinen 200. und Frank seinen 100. Tauchgang. Yvonne, Michèle, Tim, Lotta und Max schlossen erfolgreich ihren OWD-Kurs ab, Christian seinen AOWD. Herzlichen Glückwunsch euch allen und immer gut Luft! Dazu feierten Katrin und Amr ihre Geburtstage mit Kuchen und lieben Menschen an Bord. Bei Hassan in der ScuBAR wurden anschließend Logbücher gestempelt, Geschichten ausgetauscht und diese besondere Tauchwoche gebührend gefeiert.
Unser Meerestier der Woche: der Lessons-Kalmar (Großflossen-Riffkalmar)
Wer beim Tauchen im Roten Meer einer Gruppe scheinbar schwerelos schwebender Kalmare begegnet, sollte sich einen Moment Zeit nehmen. Der Lessons-Kalmar, wissenschaftlich Sepioteuthis lessoniana, ist kein Fisch, sondern ein Kopffüßer und damit ein Verwandter der Kraken und Sepien. Seine breiten Flossen ziehen sich fast über den gesamten Mantel und verleihen ihm eine auffallend elegante Silhouette.
Besonders faszinierend ist sein Farbenspiel. Mithilfe winziger, muskelgesteuerter Farbzellen kann der Kalmar sein Aussehen innerhalb von Sekundenbruchteilen verändern. Weitere Hautstrukturen reflektieren das einfallende Licht und erzeugen schillernde grüne, blaue, rosafarbene oder silbrige Töne. Obwohl dieser Effekt manchmal als Biolumineszenz bezeichnet wird, erzeugt das Tier das Licht nicht selbst. Es nutzt vielmehr das vorhandene Umgebungslicht – bei einem Nachttauchgang kann dadurch bereits der Strahl einer Lampe für eine beeindruckende Vorstellung sorgen.
Die wechselnden Muster dienen sowohl der Tarnung als auch der Verständigung. Forschende konnten 27 verschiedene Farbelemente dokumentieren, die in unterschiedlichen Kombinationen bei Balz, Drohgebärden und Kämpfen eingesetzt werden. Lessons-Kalmare sind zudem lernfähige Jäger. Mit ihren beiden langen Fangtentakeln erbeuten sie vor allem kleinere Fische und Garnelen.
Auch ihr Liebesleben ist erstaunlich. Große Männchen bewachen ein Weibchen und schwimmen während der Paarung parallel zu ihm. Kleinere Männchen versuchen dagegen, unbemerkt zum Zuge zu kommen. Untersuchungen zeigen sogar, dass ein Männchen mit zunehmender Größe von der heimlichen zur bewachenden Strategie wechseln kann. Die Weibchen befestigen ihre fingerförmigen Eikapseln später büschelweise an Korallen, Steinen oder Pflanzen.
Im Roten Meer ist der Großflossen-Riffkalmar heimisch. Inzwischen hat er jedoch den Suezkanal durchquert und sich als Lessepsscher Einwanderer im Mittelmeer ausgebreitet. Ganz geklärt ist seine Identität trotzdem nicht: Unter dem Namen Sepioteuthis lessoniana verbergen sich wahrscheinlich mehrere äußerlich kaum unterscheidbare Arten. Eine Begegnung beim Tauchen ist somit spannend – vielleicht schwebt vor einem sogar ein Tier, das wissenschaftlich noch gar nicht vollständig beschrieben wurde.
Ägypten legt im Lebensmittelexport deutlich zu
Ägypten ist längst nicht nur für Sonne, Meer und seine jahrtausendealte Geschichte bekannt. Auch seine Lebensmittelindustrie macht international von sich reden: In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 exportierte sie Waren im Wert von rund 5,13 Milliarden US-Dollar. Das sind 10,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und ein neuer Rekord für die Monate Januar bis August.
Die wichtigsten Abnehmer sitzen weiterhin in den arabischen Ländern. Dorthin gingen Lebensmittel im Wert von rund 2,42 Milliarden US-Dollar und damit fast die Hälfte aller Branchenexporte. Doch auch Europa gewinnt an Bedeutung: Die Ausfuhren in die EU stiegen um 16 Prozent auf rund 1,12 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig ist Spanien. Dort hat sich der Wert ägyptischer Lebensmittelexporte gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Zum Wachstum trugen vor allem Speiseöle, zubereitetes Tierfutter sowie verarbeitete und eingelegte Oliven bei.
Und auch in Deutschland gehören Waren aus Ägypten längst zum Einkaufsalltag. Oft achten wir kaum auf ihre Herkunft. Erst ein Blick auf die Verpackung verrät den Ursprung. So wird aus einer Zahl in einer Exportstatistik etwas Vertrautes: ein Produkt, das in unserer Küche landet.
Was wird eigentlich exportiert? Ganz vorn stehen tiefgekühlte Erdbeeren mit einem Exportwert von 617 Millionen US-Dollar. Dahinter folgen Konzentrate für Erfrischungsgetränke und Speiseöle. Besonders stark legte Schokolade zu: Ihr Exportwert stieg gegenüber dem Vorjahr um 98 Prozent auf rund 301 Millionen US-Dollar. Auch Zucker, Säfte und Getreideprodukte gehören zum vielfältigen Angebot.
Hinter den Rekordzahlen stehen viele Unternehmen und Absatzmärkte. Insgesamt 2.731 ägyptische Firmen lieferten ihre Produkte in 179 Märkte weltweit; in 110 davon stiegen die Einfuhren ägyptischer Lebensmittel. Die Entwicklung zeigt, wie breit die Branche inzwischen aufgestellt ist. Ägypten erreicht mit seinen Lebensmitteln längst nicht mehr nur die Nachbarländer, sondern zunehmend auch europäische Märkte. Das schafft zusätzliche Einnahmen und neue Chancen für ägyptische Exporteure.
Ein Grab zwischen drei Kulturen: Fund in der Oase Dachla
Ein außergewöhnlicher Fund ist einem Archäologen-Team kürzlich gelungen. Mitten in der ägyptischen Wüste haben die Forscher ein Grab entdeckt, das von der Begegnung verschiedener Kulturen erzählt. Die pyramidenförmige Anlage liegt in Bir al-Shaghala, einer antiken Nekropole in der Oase Dachla, und stammt aus römischer Zeit. Vermutlich wurden hier ein Mann und seine Frau bestattet. Schon der Weg ins Grab ist ungewöhnlich: Vierzehn Stufen führen zu einem Eingang aus Sandstein. Hieroglyphen mit Schutzformeln, eine geflügelte Sonnenscheibe und zwei Kobras schmücken ihn. Auf dem Türsturz entdeckten die Forscher eine Szene aus dem Imy-Duat, einem altägyptischen Buch über die Reise durch die Unterwelt. Eine Darstellung dieser Szene war in den Gräbern von Bir al-Shaghala bislang nicht bekannt.
Hinter dem Eingang liegen eine gewölbte Halle und zwei Grabkammern aus Lehmziegeln. Darüber erhebt sich der pyramidenförmige Aufbau. Zu den Funden gehören ein Opfertisch, ein Reinigungsbecken, Keramikgefäße und eine Bronzemünze mit dem Bild Kaiser Konstantins. Auch Hinweise auf eine spätere Nutzung fanden die Archäologen: Über dem Eingang stand eine Kapelle aus Lehmziegeln.
Besonders berührend ist eine steinerne Grabstele mit einer 19 Zeilen langen Totenklage in Altgriechisch. Das Gedicht ist einem Mann gewidmet, der möglicherweise als Richter tätig war. Es stammt vermutlich aus dem späten dritten oder frühen vierten Jahrhundert nach Christus. Zwischen den ägyptischen Grabdarstellungen erzählt dieser griechische Text vom Leben, der Bildung und den Traditionen der Menschen in der Oase.
Bir al-Shaghala gehörte zur Nekropole von Mothis, der damaligen Hauptstadt der Oase. Seit Beginn der Ausgrabungen im Jahr 2002 sind dort Gräber unterschiedlicher Bauart ans Licht gekommen. Der neue Fund zeigt besonders anschaulich, wie ägyptische Bestattungstraditionen, griechische Sprache und römische Einflüsse in Dachla zusammenkamen. Wer vor rund 1.700 Jahren hier lebte, bewegte sich offenbar in einer Welt, die weit vielfältiger war, als die abgelegene Lage der Oase vermuten lässt.
🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓
Schon gewusst? Die alten Ägypter machten ihr Blau einfach selbst! Wer bei uns aufs Rote Meer schaut, bekommt Blau in den schönsten Schattierungen geboten. Nur lässt sich die Farbe leider nicht einfach abschöpfen und zum Malen mitnehmen. Die alten Ägypter hatten dafür schon vor rund 5.000 Jahren eine ziemlich clevere Lösung: Sie stellten ihr Blau selbst her!
„Ägyptisch Blau“ gilt als das älteste künstlich hergestellte Farbpigment der Welt. Dafür mischte man Quarzsand, Kalk, kupferhaltige Stoffe und ein Schmelzmittel. Bei ungefähr 900 Grad entstand daraus ein blaues Material, das anschließend zu Farbpulver zermahlen wurde. Klingt nach Chemielabor – funktionierte aber schon lange vor Reagenzglas und weißem Kittel! Mit dem selbst hergestellten Blau bemalte man unter anderem Wände und Statuen. Wer heute die Farben altägyptischer Kunst bewundert, schaut also auch auf das Ergebnis erstaunlicher Handwerkskunst. Die Pyramiden kennen alle. Aber eine eigene Farbe zusammenzubacken? Auch eine ziemlich starke Leistung!
Wir starten in den Oktober mit News aus Hurghada
Das war’s für diese Woche vom Roten Meer. Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!
Wir starten in den Oktober mit News aus Hurghada, Blue Water Dive Resort – Fotonachweise: Blue Water Dive Resort,