Die Wochenrundschau aus Hurghada

Die Wochenrundschau aus Hurghada

Die Wochenrundschau aus Hurghada

Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche  Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Hier ist die Wochenrundschau aus Hurghada:

Schildkröte

Einmal Thistlegorm und Delfine bei Shaab Helua

Wir genossen unsere Märzwoche am und im Roten Meer in vollen Zügen. Mit mal mehr und mal weniger Wind stachen wir jeden Morgen in See und suchten uns auch in der vergangenen Woche die schönsten Plätzchen für unsere Tauchgänge aus. Da immer noch recht wenig los ist, es immer noch Winterzeit hier in Hurghada, hatten wir auch in der vergangenen Woche die meisten Tauchplätze ganz für uns allein. Ob stationär oder auch als Drift, wir konnten die Unterwasserwelt in vollen Zügen auskosten.

Da in der letzten Woche windtechnisch alles geboten war, fuhren wir mal in den Norden, zu den Klassikern an der Kleinen Giftun Insel oder zwischen die Inseln. Natürlich standen auch einige Tauchgänge rund um Fanadir auf dem Programm. Die Rochenzeit ist noch nicht vorbei, so ging es wieder fleißig ans Durchzählen der faszinierenden Tiere. Ebenfalls durchgezählt haben wir die Delfine bei Shaab Helua. Zwischen den Inseln, bei Shaab Dorfa und Shaab Sabina, erwarten uns einige Adlerrochen. 

Im Lauf der Woche wurde der Wind weniger und so steuerten wir Shaab Pinky für einen sensationell schönen Drift Pick Up an. Hier warteten ebenfalls einige Adlerrochen auf uns und auch ein großer Napoleon ließ sich blicken. Hier merkt man besonders, dass der Frühling in den Startlöchern steht. Unzählige kleine Fische tummeln sich überall und machen das Riff herrlich bunt. Ebenfalls bunt ist es an den Tauchplätzen auf dem Magawish Plateau. Hier erkundeten wir sämtliche Blöcke und unsere Fotografen konnten reichlich Beute machen. 

Zum Ende der Woche hin war das Wetter perfekt: still und sonnig. Für uns Anlass genug, Richtung Norden zu düsen und der Thistlegorm einen Besuch abzustatten. Zwei spannende Tauchgänge später machten wir uns gut gelaunt wieder auf den Rückweg nach Hurghada und freuen uns auf eine weitere spannende Woche im wunderschönen Roten Meer.

Unser Meerestier der Woche: Die Pfauenauge-Anemonengarnele

Die Ancylocaris brevicarpalis, auch bekannt unter ihrem deutschen Namen Pfauenauge-Anemonengarnele, gehört zu den kleinen, aber auffälligen Bewohnern der Korallenriffe. Wer im Roten Meer taucht und gerne genauer hinschaut, hat gute Chancen, diese interessante Garnele zu entdecken. Trotz ihrer geringen Größe fällt sie schnell auf, denn ihr Körper ist fast transparent und mit feinen weißen Punkten versehen. Besonders charakteristisch sind die orangefarbenen Flecken mit dunklem Rand auf dem Schwanzfächer, die ein wenig an kleine Pfauenaugen erinnern.

Meist begegnet man dieser Garnele zwischen den Tentakeln einer Seeanemone. Die Anemonengarnele lebt in enger Symbiose mit verschiedenen Anemonenarten und nutzt deren Nesselgift als Schutz vor Fressfeinden. Für andere Tiere wären die Tentakel gefährlich, doch diese Garnelen sind dagegen unempfindlich. Dadurch können sie sich sicher zwischen den Tentakeln bewegen und bleiben oft dicht bei ihrem Wirt.

Beim Tauchen im Roten Meer lohnt sich deshalb immer ein genauer Blick auf große Anemonen in flachen Riffbereichen oder Lagunen. Häufig entdeckt man dort ein kleines Garnelenpaar, denn die Tiere leben oft zu zweit in einer einzigen Anemone. Das größere Tier ist in der Regel das Weibchen, während das Männchen etwas kleiner und schlanker ist. Geduldig beobachtet, zeigen sie ein lebhaftes Verhalten und bewegen sich vorsichtig zwischen den Tentakeln ihres Wirts.

Mit meist nur wenige Zentimeter Körperlänge zählt die Anemonengarnele zu den eher kleinen Krebstieren des Riffs. Wie viele andere Partnergarnelen lebt sie eng mit ihrem Wirt zusammen und profitiert von dessen Schutz. Gerade für Taucher, die Freude an kleinen Details haben, ist diese Garnele ein schönes Beispiel dafür, wie viel Leben sich im Riff auf kleinem Raum verbirgt. Wer beim nächsten Tauchgang im Roten Meer aufmerksam die Anemonen betrachtet, entdeckt vielleicht plötzlich die kleinen Pfauenaugen im Schwanz einer transparenten Garnele – ein kleines, aber faszinierendes Highlight zwischen den Tentakeln.

Benzin wird teuer, Brotpreise bleiben gleich

Trotz der gestiegenen Treibstoffpreise hält Ägypten an seinen Brot-Subventionen fest. Die Regierung versicherte der Bevölkerung, dass der Preis für das stark subventionierte Fladenbrot weiterhin stabil bleibt, auch wenn gleichzeitig die Kosten für Kraftstoffe im Land deutlich steigen. Für viele Menschen ist das sogenannte Aish Baladi ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Rund 105 Millionen Ägypterinnen und Ägypter profitieren von dem staatlichen Subventionssystem. Über spezielle Subventionskarten erhält jedes Familienmitglied täglich mehrere Fladenbrote zu einem stark reduzierten Preis. Die Regierung betonte, dass sie zusätzliche Produktionskosten, etwa durch höhere Dieselpreise, selbst tragen werde, um die Bevölkerung nicht weiter zu belasten.

In den vergangenen Jahren hat Ägypten seine Energiepreise bereits schrittweise angehoben. Noch 2025 lag der Preis für einen Liter Benzin der Sorte 95 Oktan bei etwa 21 LE. Zuvor kostete derselbe Liter rund 19 LE. Aktuelle Daten zeigen, dass der Preis inzwischen bei etwa 24 LE pro Liter liegt, was ungefähr 0,46 US-Dollar entspricht. Damit sind die Kraftstoffpreise zwar deutlich gestiegen, liegen im internationalen Vergleich aber weiterhin relativ niedrig. Die Preisanpassungen erfolgen regelmäßig durch ein staatliches Komitee, das Faktoren wie den internationalen Ölpreis und den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds berücksichtigt. Gleichzeitig steht das Land unter wirtschaftlichem Druck: Inflation, Währungsschwäche und steigende Importkosten belasten den Staatshaushalt.

Hinzu kommen geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die weltweit zu steigenden Energiepreisen führen können. Auch die Krise rund um wichtige Schifffahrtsrouten wie die Straße von Hormus sorgt immer wieder für Unsicherheit auf den Energiemärkten. Vor diesem Hintergrund versucht die ägyptische Regierung einen schwierigen Balanceakt. Einerseits sollen die staatlichen Ausgaben reduziert und die Energiesubventionen langfristig abgebaut werden. Andererseits will man soziale Stabilität sichern. Dass die Brotpreise weiterhin stabil bleiben sollen, ist daher ein wichtiges Signal an die Bevölkerung, denn für viele Familien bleibt das tägliche Brot eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel.

22 intakte Särge mit Mumien entdeckt

Im Westen von Luxor, in der berühmten Nekropole von Theben, haben Archäologen kürzlich einen bemerkenswerten Fund gemacht. Bei Ausgrabungen im Gebiet el-Qurna stieß ein ägyptisches Team auf ein verborgenes Depot mit farbenprächtigen Holzsärgen und seltenen Papyrusrollen. Dies erlaubt einen spannenden Einblick in eine weniger bekannte Phase der altägyptischen Geschichte.

Die Entdeckung gelang einer gemeinsamen Mission des Obersten Rates für Altertümer und der Zahi-Hawass-Stiftung für Archäologie und Kulturerbe. Während der Arbeiten im Hof eines älteren Grabes legten die Archäologen eine rechteckige, in den Fels gehauene Kammer frei. Darin befanden sich 22 reich bemalte Holzsärge, die noch immer ihre Mumien enthielten. Die Särge lagen in mehreren Schichten übereinander, während ihre Deckel separat daneben platziert waren – vermutlich eine bewusste Methode der alten Ägypter, um den vorhandenen Platz optimal zu nutzen.

Die Bestattungen stammen aus der sogenannten Dritten Zwischenzeit, etwa zwischen 1070 und 664 v. Chr. Diese Epoche war politisch von Umbrüchen geprägt, doch religiöse Traditionen spielten weiterhin eine zentrale Rolle im Alltag der Menschen. Besonders interessant ist, dass viele der Särge keine persönlichen Namen tragen, sondern Titel. Am häufigsten erscheint die Bezeichnung „Sänger des Amun” oder „Sängerin des Amun”, was darauf hindeutet, dass die Verstorbenen im Kult des Gottes Amun tätig waren und bei Tempelritualen sangen oder musizierten.

Eine weitere Überraschung verbarg sich in einem großen Keramikgefäß innerhalb der Kammer. Darin lagen acht Papyrusrollen, einige noch mit ihren originalen Tonsiegeln verschlossen. Solche Dokumente könnten wertvolle Informationen über religiöse Praktiken oder das Leben der damaligen Tempelgemeinschaft enthalten. Bevor sie gelesen werden können, müssen die empfindlichen Papyri jedoch sorgfältig restauriert werden. Viele Fragen bleiben noch offen: Wer genau waren diese Sängerinnen und Sänger des Amun, und warum wurden ihre Särge gemeinsam in dieser Kammer aufbewahrt? Die weiteren Untersuchungen könnten neue Einblicke in das religiöse Leben im alten Theben liefern.

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Schon gewusst? Brot hat in Ägypten eine ganz besondere Bedeutung. Das typisch ägyptische Fladenbrot heißt „Aish Baladi“ – und das Wort Aish bedeutet übersetzt sogar „Leben“. Brot ist hier also nicht nur eine Beilage, sondern ein echtes Grundnahrungsmittel und ein wichtiger Teil der Kultur.

Das weiche, leicht aufgeblähte Fladenbrot wird traditionell im sehr heißen Ofen gebacken und passt zu fast jedem Gericht – egal ob zu Falafel, Bohnen, gegrilltem Fleisch oder einfach zum Dippen in Hummus und Tahina. Kein Wunder also, dass man es in Ägypten zu fast jeder Mahlzeit auf dem Tisch findet.

Die Wochenrundschau aus Hurghada

Das war’s für diese Woche vom Roten Meer. Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!

Die Wochenrundschau aus Hurghada, Deutsche Tauchschule, Blue Water Dive Resort – Fotonachweise: Blue Water Dive Resort,