Unsere Sommerwoche im Rückblick vom Roten Meer
Unsere Sommerwoche im Rückblick vom Roten Meer
Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Unsere Sommerwoche im Rückblick vom Roten Meer:
Eine tolle Minisafari und viel zu feiern
Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir am Samstag in eine Woche, die kaum Zeit zum gemütlichen Flossensortieren ließ. An Erg Somaya, Shaab Eshta und der Balena absolvierte Patrizia erfolgreich ihren AOWD-Kurs. Beim Wracktauchgang zeigten sich zahlreiche Schnecken, Fledermausfische und Gelbschwanz-Barrakudas. Bei Fanadir Foc schwammen vier Große Tümmler während des Sicherheitsstopps vorbei – so lässt man sich die letzten Minuten unter Wasser natürlich gern gefallen. Zurück an Bord wurde weitergefeiert: Sechs Gäste schlossen ihren Open Water Diver Kurs ab und Jasmin hatte Geburtstag.
Am Sonntag ging es nach Ham Ham, zum Aquarium und nach Erg Somaya. Zwischen großen Füsilierschwärmen begegneten uns Adlerrochen, mehrere Napoleons, eine Grüne Meeresschildkröte und eine ganze Familie von Teppich-Krokodilfischen. Langweilig wurde es unseren Kameras jedenfalls nicht.
Tags darauf warteten erneut Ham Ham und Fanadir. Bei Fanadir Dacht zeigten sich zwei Oktopusse, eine Schildkröte und ein Adlerrochen. Michelle setzte anschließend noch einen drauf und feierte an Bord ihren 100. Tauchgang.
Der Dienstag brachte bei Erg Somaya und zwischen Shaab Dorfa und Banana Reef gleich fünf Adlerrochen. Rund um Fanadir entdeckten die Gäste außerdem Oktopusse, Muränen und Steinfische. Bei Gotha Abu Galawa fanden besonders aufmerksame Augen sogar das Gelege einer Spanischen Tänzerin.
Am Mittwoch übernahm Erg Sabina die große Bühne: Sieben entspannte Adlerrochen ließen sich minutenlang beobachten. Bei Shaab Quais Maksur begrüßten acht Delfine unsere schweizerische Großfamilie gleich zu Beginn des Tauchgangs. Gleichzeitig startete die gemeinsame Minisafari von Blue Water und James & Mac zum Panorama Reef. Nach einer Schnorchelrunde mit Delfinen folgte ein Nachttauchgang samt Spanischer Tänzerin.
Am Donnerstag begeisterte Ham Ham mit drei Adlerrochen. Auf der Minisafari feierte Angela bei Abu Kafan ihren 800. Tauchgang. Thunfische, Schwarmfische und das eindrucksvolle Drop-off sorgten für beste Unterhaltung, bevor Delfine am Panorama Reef den passenden Schlusspunkt setzten. Mehr kann man von einer Tauchwoche eigentlich kaum verlangen.
Unser Meerestier der Woche: Die Graue Muräne
Wer beim Tauchen im Roten Meer aufmerksam in Spalten, kleine Höhlen und unter Korallenblöcke schaut, kann dort Gymnothorax griseus entdecken. Die auch als Graue oder Geometrische Muräne bekannte Art gehört mit einer Maximallänge von etwa 65 Zentimetern zu den kleineren Muränen im Roten Meer. Trotzdem ist sie kaum zu übersehen, sobald sie ihren Kopf aus ihrem Versteck streckt. Ihr Körper kann cremefarben, hellbraun, grau oder leicht lilafarben wirken und ist meist fein marmoriert. Besonders auffällig ist jedoch der Kopf: Dunkle Punkte bilden dort feine Reihen und Linien, die beinahe wie ein geometrisches Muster aussehen. Daher stammt auch der englische Name „Geometric moray”.
Die Graue Muräne lebt im westlichen Indischen Ozean und ist im gesamten Roten Meer verbreitet. Taucher können ihr in flachen Küstenbereichen sowie an Korallen- und Felsriffen in Tiefen zwischen einem und etwa 40 Metern begegnen. Sie nutzt Spalten und Hohlräume als Versteck, ist aber keineswegs ausschließlich nachts aktiv. Wissenschaftliche Beobachtungen zeigen, dass sie auch tagsüber auf Nahrungssuche geht und dabei gezielt Ritzen, Seegras und andere bodennahe Strukturen absucht. Kleine Fische und Krebstiere gehören zu ihrer Nahrung.
Besonders spannend ist ihr Jagdverhalten. In einer Seegraswiese bei Dahab wurden Graue Muränen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen von Rotfeuerfischen begleitet. Die Rotfeuerfische folgten den Muränen teilweise länger als eine Stunde und lauerten auf Beutetiere, die bei deren Suche aufgescheucht wurden. Auch gemeinsame Streifzüge mit Zackenbarschen und Stachelmakrelen sind dokumentiert.
Eine weitere Besonderheit bleibt Tauchern verborgen: Gymnothorax griseus ist ein simultaner Hermaphrodit. Jedes geschlechtsreife Tier besitzt gleichzeitig männliches und weibliches Fortpflanzungsgewebe und kann bei der Paarung grundsätzlich beide Rollen übernehmen. Das regelmäßige Öffnen und Schließen ihres Mauls ist übrigens keine Drohung, sondern dient dazu, Wasser über die Kiemen zu bewegen. Wer ausreichend Abstand hält und nicht in ihr Versteck greift, kann diese kleine, kunstvoll gemusterte Bewohnerin des Roten Meeres ganz entspannt beobachten.
Großes Bauprojekt in Sharm El Sheikh geplant
Sharm El Sheikh steht vor einem weiteren Großprojekt: Das Unternehmen Gulf Egypt hat Investitionen von mehr als 20 Milliarden ägyptischen Pfund angekündigt, um ein modernes Tourismus- und Lifestyle-Resort zu entwickeln. Das Vorhaben soll nicht nur neue Gäste anziehen, sondern auch die Position des beliebten Urlaubsortes als internationale Premium-Destination weiter stärken. Das geplante Resort entsteht auf einer Fläche von rund 354.000 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe des internationalen Flughafens und verfügt über etwa 750 Meter natürlichen Sandstrand. Geplant ist ein vielseitiges Konzept, das Luxushotels, exklusive Wohnanlagen, Wellness- und Freizeiteinrichtungen sowie einen international geführten Beachclub miteinander verbindet. Dieser soll das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltung bieten und zu einem neuen Treffpunkt in Sharm El Sheikh werden.
Nach Angaben des Unternehmens ist das Projekt Teil der langfristigen Tourismusstrategie Ägyptens und unterstützt die Ziele der „Egypt Vision 2030“. Ziel ist es, hochwertige Tourismusangebote zu schaffen, internationale Investoren anzuziehen und den Tourismussektor nachhaltig weiterzuentwickeln. Für die Planung arbeitet Gulf Egypt mit renommierten internationalen Unternehmen zusammen. Die Hotelberatung HVS übernimmt Marktanalysen und Machbarkeitsstudien, während JLL die wirtschaftliche Bewertung sowie die Masterplanung des Projekts begleitet. Beide Unternehmen sollen sicherstellen, dass die neue Anlage internationalen Qualitätsstandards entspricht.
Auch die ägyptischen Behörden unterstützen das Vorhaben. Nach umfangreichen Planungs- und Bewertungsprozessen wurden bereits die notwendigen Vereinbarungen für die Entwicklung des Geländes getroffen. Derzeit befindet sich das Projekt in der abschließenden Genehmigungsphase, bevor mit der Umsetzung begonnen werden kann.
Sharm El Sheikh entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neben seinen bekannten Tauchrevieren und Korallenriffen entstehen zunehmend moderne Hotels und hochwertige Freizeitangebote, die den Ort auch außerhalb des klassischen Strandurlaubs noch attraktiver machen sollen. Das neue Resort reiht sich damit in eine Reihe großer Investitionen ein, mit denen Ägypten seine Tourismusbranche weiter ausbauen und sich langfristig als eines der führenden Reiseziele am Roten Meer etablieren möchte.
Grab von altägyptischem Beamten nahe Luxor entdeckt
Die thebanische Nekropole bei Luxor hat erneut ein faszinierendes Geheimnis preisgegeben. Archäologen entdeckten im Gebiet von Scheich Abd el-Qurna ein rund 3000 Jahre altes Grab aus der Ramseszeit, das dem altägyptischen Beamten oder Priester Paser gehörte. Die Ausgrabung wird von der Universität Leiden gemeinsam mit dem ägyptischen Ministerium für Tourismus und Altertümer durchgeführt und liefert schon jetzt spannende Einblicke in das Leben im antiken Theben.
Das Grab entspricht dem typischen Aufbau privater Grabanlagen des Neuen Reiches. Ein offener Vorhof führt zu einer in den Fels gehauenen Kapelle in Form eines umgekehrten „T”, unter der sich die eigentlichen Grabkammern befinden. Besonders beeindruckend ist der gute Erhaltungszustand vieler Bauelemente. Eine Treppe mit seitlichen Rampen führt noch heute zum Eingang, während eine Lehmziegelbank mit einer Nische für eine Grabstele davon zeugt, wie aufwendig die Anlage einst gestaltet war.
Ein besonderes Highlight sind die farbenprächtigen Wandmalereien. Sie zeigen Paser bei der Verehrung verschiedener Gottheiten in ihren Heiligtümern sowie gemeinsam mit seiner Ehefrau vor einem Opfertisch. Auffällig ist, dass seine Frau ein Sistrum – ein altägyptisches Rasselinstrument – in den Händen hält. Dies könnte darauf hindeuten, dass sie als Tempelsängerin oder Kultmusikerin tätig war. Die Wissenschaftler hoffen, durch die weiteren Untersuchungen mehr über Paser, seine Familie und die Menschen zu erfahren, die vor über drei Jahrtausenden in Theben lebten. In den kommenden Grabungskampagnen sollen die Grabkammern vollständig dokumentiert, die Wandmalereien restauriert und weitere Details freigelegt werden.
Für Besucher Ägyptens ist diese Entdeckung ein weiterer Beleg dafür, dass das Land noch immer voller unentdeckter Schätze steckt. Obwohl die berühmten Tempel von Karnak und Luxor sowie das Tal der Könige seit Jahrzehnten Besucher aus aller Welt begeistern, warten in der weitläufigen thebanischen Nekropole noch zahlreiche Geheimnisse darauf, ans Licht gebracht zu werden.
🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓
Schon gewusst? Ein gesundes Korallenriff ist alles andere als still Unter Wasser wirkt die Welt auf uns Menschen oft angenehm ruhig. Tatsächlich gehören gesunde Korallenriffe jedoch zu den erstaunlich geräuschvollen Lebensräumen. Fische grunzen, knurren, trommeln oder knacken, Garnelen erzeugen mit ihren Scheren ein deutliches Knistern und zahlreiche weitere Tiere steuern ihre eigenen Geräusche bei. So entsteht eine regelrechte Klanglandschaft des Riffs.
Besonders spannend: Junge Fische und andere Meerestiere können diese Geräusche offenbar zur Orientierung nutzen. Das Riff verrät ihnen akustisch, wo sich ein geeigneter Lebensraum befindet. Forschende untersuchen deshalb mittlerweile Riffgeräusche, um Rückschlüsse auf Artenvielfalt und Zustand eines Korallenriffs zu ziehen. Ein lebendiges Riff klingt anders als ein geschädigtes.
Unsere Sommerwoche im Rückblick vom Roten Meer
Das war’s für diese Woche vom Roten Meer. Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!
Unsere Sommerwoche im Rückblick vom Roten Meer, Blue Water Dive Resort – Fotonachweise: Blue Water Dive Resort,