Tauchen und viel Sonne – die Woche am Roten Meer
Tauchen und viel Sonne – die Woche am Roten Meer
Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Tauchen und viel Sonne – die Woche am Roten Meer:
Tauchkurse, Delfine und jede Menge Adlerrochen
Schon zum Auftakt am vergangenen Wochenende zeigte sich das Rote Meer in dieser Woche von seiner lebhaften Seite. Bei Gotha Abu Machadi begegneten den Tauchern der Masria fünf Schildkröten, während die Basi-Gäste bei Shaab Alex einen Adlerrochen und zwei Schildkröten sahen. Die Tauchgruppe begann den zweiten Tag ihrer Minisafari mit einem frühen Tauchgang bei Shaab Helua. Für Helmut gab es zum 500. Tauchgang natürlich auch Kuchen.
Delfine sorgten kurz darauf für strahlende Gesichter auf der Albatros: Sowohl bei Fanadir Foc als auch bei Fanadir Dacht schwammen sie an den Tauchern vorbei. Anderswo ging es auf Wrackbesuch. Die Shahin erkundete El Minja und legte anschließend noch zwei weitere Tauchgänge ein. Bei Shaab Dorfa begegnete die Basi unterdessen drei Adlerrochen, einem großen Stechrochen und einer Schildkröte. Auch unter Wasser wurde diese Woche einiges gelernt. Oliver und Thomas schlossen auf der El Vardus ihren AOWD-Kurs ab; zum Finale ging es an die Balena.
Bei Shaab Eshta entdeckten die Tauchgäste der Noras zwei winzige juvenile Gelbbraune Kofferfische. Größer fiel die Begegnung auf der Vardus am folgenden Tag aus: Bei Shaab Sabina zogen gleich vier Adlerrochen vorbei, begleitet von Riff-Kalmaren und jagenden Stachelmakrelen. Alexander und Anita feierten auf der Basi jeweils ihren 500. Tauchgang.
Wracktauchen rund um Hurghada und Taucher im Walhai-Glück
Zur Wochenmitte wurde es für die Gäste der Bella Italia metallisch: Die El Minja, die Excalibur und die Balena standen bei einer Hurghada-Wracktour auf dem Programm. Auf der Shahin feierte Daniela ihren 800. Tauchgang, auf der Basi Andreas seinen 300. Bei der gemeinsamen Minisafari mit James & Mac, die am Mittwoch startete, führte der Nachttauchgang nach Ham Ham. Dort ließ sich sogar eine Spanische Tänzerin sehen. Im Anschluss lagen alle zeitig in den Kojen, bevor es am nächsten Morgen für drei weitere Tauchgänge wieder früh aus den Federn ging.
Der Donnerstag brachte schließlich den Moment, über den noch lange gesprochen werden dürfte: Bei Erg Sabina und Shaab Sabina konnten Gäste mehrerer Boote einen Walhai erleben. Die Taucher der Masria begleiteten das Tier etwa eine halbe Stunde unter Wasser und schnorchelten später sogar noch mit Delfinen. Auch die glücklichen Tauchgäste der Albatros, der El Vardus und der Basi kamen mit Walhai-Geschichten zurück. Ein Abschluss, der selbst nach dieser ereignisreichen Woche noch alle zum Staunen brachte. Da sind wir ja schon gespannt, was die nächste Woche für uns in petto hat!
Unser Meerestier der Woche: der Masken-Falterfisch
Wer im Roten Meer taucht, kann ihn eigentlich kaum übersehen: Der Masken-Falterfisch leuchtet so kräftig gelb, dass er selbst zwischen farbenprächtigen Korallen sofort ins Auge fällt. Seine feinen orangefarbenen Linien und der blaugraue Fleck über Augen und Wangen machen Chaetodon semilarvatus unverwechselbar. Dieser „halben Maske” verdankt er sogar seinen wissenschaftlichen Namen. Sein natürliches Verbreitungsgebiet umfasst hauptsächlich das Rote Meer und den Golf von Aden. Er lebt bevorzugt an korallenreichen Riffen in Tiefen zwischen ungefähr drei und 20 Metern.
Meist begegnet man ihm paarweise, gelegentlich ziehen aber auch kleine Gruppen gemeinsam über das Riff. Unter Tischkorallen der Gattung Acropora können die Tiere längere Zeit beinahe regungslos im Schutz des Überhangs stehen. Das sieht erstaunlich entspannt aus, obwohl Masken-Falterfische keineswegs untätig sind: Sie verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit mit der Nahrungssuche.
Auf dem Speiseplan stehen vor allem Korallenpolypen. Mit seinem schmalen Maul und den feinen, borstenartigen Zähnen zupft er winzige Happen von den Korallen. Neuere Untersuchungen zeigten, dass er nicht nur Steinkorallen nutzt. Bei mehr als der Hälfte der untersuchten Tiere wurde auch DNA von Weichkorallen nachgewiesen. Besonders ungewöhnlich ist zudem, dass Masken-Falterfische auch nachts fressen. Ihre enge Bindung an lebende Korallen macht sie für Wissenschaftler interessant. Im südlichen Roten Meer nahm die Zahl der Masken-Falterfische deutlich mit der Bedeckung durch lebende Steinkorallen zu. Deshalb können regelmäßige Beobachtungen dieser Art Hinweise darauf geben, wie sich ein Riff über längere Zeit verändert.
Für uns Taucher lohnt sich ein genauer Blick gleich mehrfach. Besonders unter großen Tischkorallen lassen sich manchmal mehrere Tiere entdecken. Wer ihnen ruhig und mit genügend Abstand begegnet, kann beobachten, wie sie gemeinsam durchs Riff ziehen und mit schnellen, gezielten Bewegungen nach Korallenpolypen picken. Und vielleicht schwimmt dort sogar ein besonders erfahrener Riffbewohner: Einzelne Masken-Falterfische können offenbar ein Alter von mehr als 30 Jahren erreichen.
Ein neuer Luxuszug soll bald das Licht der Welt erblicken
Ein bisschen Orient-Express, ein bisschen Nilromantik und ganz viel Ägypten: Mit dem „Guardian of the Nile” soll ab 2027 ein neuer Luxuszug zwischen Kairo und Assuan unterwegs sein. Wer dabei sofort an Agatha Christie, elegante Speisewagen, alte Reisekoffer und lange Fahrten durch exotische Landschaften denkt, liegt gar nicht so falsch. Geplant ist eine dreitägige Reise mit zwei Übernachtungen. Der Zug soll aus bis zu 15 Waggons bestehen und insgesamt 40 Deluxe-Kabinen, Suiten und sogenannte „Honor Suites” bieten. Maximal 80 Gäste sollen an Bord Platz finden. Entwickelt wird das Projekt von der Egyptian National Railways gemeinsam mit dem italienischen Luxusreise-Unternehmen Arsenale.
Schon 2024 wurde der „Guardian of the Nile” angekündigt, inzwischen werden die Pläne deutlich konkreter. Neben Kairo und Assuan sollen vor allem die großen kulturellen und archäologischen Höhepunkte Oberägyptens im Mittelpunkt stehen. Luxor, das Tal der Könige und Abu Simbel wurden bereits als Stationen beziehungsweise Ausflugsziele genannt. Damit verbindet die Reise einige der berühmtesten historischen Orte des Landes auf besonders entspannte Weise.
Das Konzept soll weit mehr sein als nur eine besonders komfortable Zugfahrt. Der „Guardian of the Nile” ist als fahrendes Luxushotel beziehungsweise als Kreuzfahrt auf Schienen gedacht. Die Waggons sollen in spezialisierten Arsenale-Werken in Süditalien umgebaut und ausgestattet werden. Innen- und Außengestaltung sollen ägyptische Kultur aufgreifen und gleichzeitig internationalen Luxusstandards entsprechen. Auch Service, Gastronomie und Atmosphäre sollen Teil des Reiseerlebnisses sein und nicht bloß Mittel zum Zweck. Für Arsenale ist Ägypten Teil einer größeren internationalen Expansion. Ähnliche Luxuszug-Projekte sind auch in Saudi-Arabien, Usbekistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.
Und irgendwie hat die Vorstellung schon ihren Reiz: morgens in Kairo einsteigen, durch das Niltal rollen, im Speisewagen zu Abend essen und am nächsten Tag zwischen Tempeln, Gräbern und Wüste aufwachen. Fast wie bei Agatha Christie – nur hoffentlich ohne Mord im Schlafwagen. 🙂
Liegt Nofretete direkt neben Tutanchamun?
Mehr als 100 Jahre nach seiner Entdeckung sorgt das Grab des Tutanchamun im Tal der Könige noch immer für Überraschungen. Neue geophysikalische Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass sich hinter den bekannten Wänden von KV62 weitere Gänge und Kammern verbergen könnten. Und natürlich steht dabei sofort ein berühmter Name im Raum: Nofretete. Die Idee ist nicht neu. Bereits 2015 vermutete der britische Ägyptologe Nicholas Reeves, dass Tutanchamuns Grab ursprünglich Teil einer wesentlich größeren königlichen Grabanlage gewesen sein könnte. Der junge Pharao starb unerwartet, und möglicherweise wurde ein bereits vorhandener Bereich kurzfristig für seine Bestattung umgebaut, während andere Räume verschlossen blieben.
Bisherige Untersuchungen lieferten allerdings widersprüchliche Ergebnisse. Das könnte sich nun ändern. Ein ägyptisches Forschungsteam hat das Grab erneut mit Bodenradar untersucht und zusätzlich eine sogenannte Mikrogravimetrie durchgeführt. Dabei werden kleinste Veränderungen des Erdschwerefeldes gemessen, um Unterschiede in der Dichte des Untergrunds sichtbar zu machen.
Nach Angaben der Forscher sprechen die Daten unter anderem für einen etwa zwei Meter breiten, mit Geröll gefüllten Korridor hinter der Grabkammer. Weitere Messungen zeigen rechtwinklige Bereiche mit geringer Dichte, die möglicherweise künstlich angelegte Räume darstellen. Besonders spannend ist eine Zone, in der sich innerhalb eines Bereichs niedriger Dichte eine annähernd quadratische Struktur höherer Dichte befindet. Das könnte theoretisch auf eine mit Gegenständen gefüllte Kammer hindeuten.
Noch ist allerdings nichts bewiesen. Andere Experten halten die Ergebnisse zwar für faszinierend und plausibel, mahnen aber zur Vorsicht. Nun liegt die Entscheidung beim Obersten Rat für Altertümer Ägyptens. Die Forscher schlagen kleine Bohrungen mit einem Durchmesser von ca. sieben Zentimetern vor. Durch diese könnten ferngesteuerte Miniaturfahrzeuge mit 360-Grad-Kameras geschickt werden. Ob dahinter tatsächlich Nofretete wartet, ein bislang unbekannter Vorratsraum oder schlicht eine Menge Geröll, weiß also noch niemand. Aber nach mehr als drei Jahrtausenden kommt es auf ein bisschen Spannung auch nicht mehr an.
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Schon gewusst? Darum ist das Rote Meer oft so klar: Wer in Hurghada ins Wasser springt, kann an manchen Tagen erstaunlich weit sehen. Ein Grund dafür: Im nördlichen Roten Meer gibt es vergleichsweise wenig Nährstoffe im freien Wasser. Dadurch wächst dort weniger Phytoplankton – winzige Lebewesen, die das Wasser trüber erscheinen lassen können.
Aber wie passt das zu den lebendigen Korallenriffen? Die Korallen arbeiten eng mit kleinen Algen zusammen, die in ihrem Gewebe leben. Mit Sonnenlicht produzieren diese Nährstoffe, die zwischen Algen und Korallen besonders effizient weitergegeben werden. So kann das Riff voller Leben sein, während das Wasser darüber oft wunderbar klar bleibt.
Tauchen und viel Sonne – die Woche am Roten Meer
Das war’s für diese Woche vom Roten Meer. Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!
Tauchen und viel Sonne – die Woche am Roten Meer, Blue Water Dive Resort – Fotonachweise: Blue Water Dive Resort,