Die Wracks von Abu Nuhas

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Auch unsere Tauchlehrerin Nicole hat schriftstellerisches Talent. Lesenswert sind auch ihre täglichen Meldungen in unserem Flaschenposting. Hier entführt sie uns zu den Wracks von Abu Nuhas. Viel Vergnügen bei dieser Reise in die Vergangenheit …

El Basi mit Nicole und dem Lust4Dive-Team aus Holland: „GET WRECKED“ war das Motto unserer Wrack Freunde. Auch heute ging es wieder an das Riff von Abu Nuhas. Vier Wracks liegen hier wie Perlen aufgereiht an einer Kette auf der Nordseite des Riffs. Das Bermuda-Dreieck des Roten Meeres? Nachdem wir gestern schon die Wracks der Giannis D. und der Carnatic erkundet haben blieben heute noch zwei Wracks übrig.

Unsere Kapitäne nennen sie liebevoll Wrack 3 und 4, Namen sind eh wie Schall und Rauch. Und so führte uns unserer erster Tauchgang an die Chrisoula K. Da heute keine Delfine zur Ablenkung vorbeischauten konnten wir uns voll und ganz auf den großen Haufen Schrott konzentrieren der einst bevor er sank Granitfliesen aus Italien transportiere um sie nach Jeddah in Saudi Arabien zu bringen. Der Frachter ist noch immer voll geladen mit Fliesen, nicht wertvoll genug um sie zu bergen und es gab noch einiges mehr zu entdecken.

Im Inneren des Wracks gibt es eine gut erhalten Küche (Kombüse) in der es fast so aussieht als wolle der Koch gleich das Essen in den Ofen stellen, eine Werkstatt mit Werkbank sowie den Maschinenraum. In diesem ist noch deutlich zu erkennen, dass das Schiff in Deutschland gefertigt wurde, denn auf Steuerungbord sind die Aufschriften in Deutsch. Ob die Beilbauchfische das auch lesen können die dort ihren Unterschlupf haben? Alle Laderäume sind bis unter die Decke mit Fliesen gefüllt und bieten jeder Menge Nacktschnecken viel Platz zum draufherum kriechen. Immer wieder huschen Fledermausfische um und durch das Wrack und an der Reling finden Doktor- und Falterfische jede Menge Nahrung. Irgendwann ging die Luft zu neige und wir kehrten zurück auf unsere fahrtüchtiges Boot.

Nach einer kurzen Oberflächenpause ging es auf zum vierten und letzten Wrack, die Kimon M. Irrtümlicherweise lange als SeaStar bekannt, dies lag daran das damals ein Taucher sich seine ganz eigene Geschichte zu dem Wrack ausdachte und diese in zahllosen Magazinen veröffentlichte. Die Kimon M. war beladene mit Linsen und auf dem Weg von der Türkei nach Indien. Sie crashte bei Nacht in ein Wrack das bereits sein Ende an Abu Nuhas fand, der Name des Wracks ist leider nicht bekannt und außer ein paar Überresten auf dem Riffdach ist auch nicht mehr viel übrig vom unbekannte Wrack, dafür umso mehr von der Kimon M.

Auf geht’s zur Erkundungstour. Eigentlich wollten wir uns zuerst die riesige Schraube und das Ruderblatt anschauen, doch über dem zu 90Grad zur Seite geneigten Heck des Wracks rangen mindestens eine Million kleiner Sardinen um ihr Leben um nicht den jagenden hungrigen Thunfischen und Makrelen zum Opfer zu fallen – ein tolles Schauspiel. Jetzt aber ab nach unten Schraube begutachten. Danach ging es Stück für Stück durch alle Laderäume. Von der Fracht ist leider nichts mehr übrig, die Fische haben sich über die Jahre über die Linsen hergemacht, um so mehr Platz hatten wir jetzt durch die Laderäume zu tauchen. Diese bieten zahllosen Glasfischen, Beilbauchfischen und jeder Menge Weichkoralle Platz und ein zu Hause. Ein Rotzahndrücker ließ sich in Laderaum drei ausführlich putzen und wollte uns auch erst garnicht hineinlassen. Überall gab es etwas zu entdecken, aber leider war auch dieser Tauchgang irgendwann vorbei. Ab zurück an die Oberfläche und lecker Essen.

Fazit der „GET WRECKED“-Erkundung unserer holländischen Gruppe: die Kimon M. gefiel ihnen mit am Besten und auch ich finde Wracks garnicht mehr so doof sondern irgendwie doch  spannend…

Eure Nicole

Red-Sea-Walkman

2 Kommentare zu "Die Wracks von Abu Nuhas"

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